24. Mai 2026

2 Min. Lesezeit

Fallstudie: Leipziger Bekleidungsgeschäft senkt Lagerkosten um 40%

Vorher

Kunde: Z, eine urbane Bekleidungsmarke aus Leipzig. Ein Team von sechs Mitarbeitern, ein Sortiment von 80 Artikeln, Vertrieb über die eigene Website und Etsy. Bevor sie zu uns kamen, lagerten die Waren in einem kommerziellen Lager in den Vororten von Leipzig für 18 € pro Palette und Monat. Durchschnittlich 30 Paletten gleichzeitig: 540 € pro Monat allein für die Lagerung.

Hinzu kamen: 4 € pro Sendung (Pick & Pack), 1,50 € pro Einheit für die Verpackung. Bis zu 400 Sendungen pro Monat in der Hochsaison. Das belief sich auf etwa 1.600 € für Pick & Pack + Lagerung = 2.100 € monatlich.

Das Hauptproblem war nicht der Preis, sondern die Versandzeit. Das Lager arbeitete werktags nur bis 16:00 Uhr. Eine nach 14:00 Uhr eingegangene Bestellung wurde erst am nächsten Tag versandt. Freitags nach 14:00 Uhr — erst am Montag.

Unsere Lösung

Zuerst berechneten wir die Kosten in unserem Lager in Bursa, Türkei. Palettenlagerung: 8 € pro Monat. Pick & Pack: 0,80 € pro Sendung, 0,36 € pro Einheit. Geöffnet bis 19:00 Uhr, samstags bis 14:00 Uhr.

Auf dem Papier waren die Einsparungen erheblich. Doch der Kunde war besorgt: Die Waren verlassen Deutschland, die Lieferung innerhalb der EU wird länger dauern.

Was wir getan haben

Wir einigten uns darauf, den Umzug in zwei Wellen durchzuführen, um den Verkauf nicht zu unterbrechen.

Die erste Welle umfasste 20 Paletten mit den beliebtesten Modellen. Ein LKW von Leipzig nach Bursa, zwei Tage unterwegs. Gleichzeitig führten wir die Annahme durch, fotografierten jede Charge und erfassten sie in unserem WMS-System. Der Kunde verband sich mit unserer API und erhielt Zugang zum Echtzeit-Lagerbestand.

Zehn Tage später starteten wir die ersten Sendungen von Bursa nach Deutschland. Lieferzeit an einen Empfänger in Berlin: 3–4 Werktage via DHL Standard. Der Kunde hatte zuvor vor Ort 1–2 Tage Lieferzeit. Der Unterschied war gering, niemand beschwerte sich.

Nach drei Wochen übertrugen wir die restlichen 10 Paletten. Das alte Lager wurde geschlossen.

Die Zahlen

Für Januar–März 2026:

  • Lagerung: 240 € pro Monat (zuvor 540 €). Ersparnis von 300 €.
  • Pick & Pack: durchschnittlich 960 € (zuvor 1.600 €). Ersparnis von 640 €.
  • Gesamt: 940 € pro Monat, bzw. 2.820 € pro Quartal.

Die prozentuale Ersparnis beträgt 41%. Geplant waren 35%, doch es wurde etwas mehr aufgrund geringerer Sendungszahlen als prognostiziert (schwache Wintersaison).

Was nicht funktionierte

Es gab einen Nachteil: Die Lieferzeit in die östlichen Bundesländer Deutschlands erhöhte sich von 1 auf 3–5 Tage. Dies führte nicht zu Kundenbeschwerden, aber wir mussten das Versprechen „Lieferung morgen“ von der Website entfernen.

Der zweite Nachteil: In den ersten zwei Wochen nach dem Umzug stieg der Prozentsatz der Fehler beim Pick & Pack — unser Team gewöhnte sich an das Sortiment. Bis zum Ende des ersten Monats normalisierte sich der Wert wieder.

Fazit des Kunden

Nach drei Monaten plant Z, das Sortiment von 80 auf 120 Artikel zu erweitern. Das gesparte Geld fließt in Marketing und Einkauf. Das Team ist nicht gewachsen, da Pick & Pack vom Lager übernommen wird.

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